Sehr geehrte Damen und Herren,
wie angekündigt, haben in der Zwischenzeit die ersten persönlichen Gespräche mit den Mieterinnen und Mietern stattgefunden. Im Rahmen dieser Gespräche haben wir Ihnen die konkret vorgesehenen Arbeiten, die geplante Positionierung der Träger und Stützen sowie die damit für Sie verbundenen Auswirkungen im Detail erläutert. Wir bedanken uns bereits an dieser Stelle für die konstruktive Mitwirkung zu den leider nicht zu umgehenden Sicherungsmaßnahmen.
In den Gesprächen sind häufiger ähnliche Fragen aufgekommen, die wir nachfolgend gebündelt beantworten möchten, damit alle Mieterinnen und Mieter über denselben Kenntnisstand verfügen.
- Notwendigkeit der Sicherungsmaßnahmen
Wie wir bereits in den Schreiben vom 20. April 2026 ausgeführt haben, sind die Sicherungsmaßnahmen dringend erforderlich, um die Nutzung des Gebäudes weiter aufrecht zu erhalten.
Die statischen Untersuchungen der Geschossdecken haben ergeben, dass bezüglich der Standsicherheit ohne sichernde Maßnahmen Bedenken bestehen. Um eine weitere sichere Nutzung des Gebäudes zu ermöglichen, müssen die Decken kurzfristig mittels Trägern und Stützen abgestützt werden.
Die Untersuchung der Gebäudedecken sowie die nachfolgende Planung der Sicherungsmaßnahmen ist durch das anerkannte Ingenieurbüro Krebs + Kiefer Ingenieure GmbH erfolgt. Herr Dr.-Ing. Daus war bei den Informationsveranstaltungen anwesend, hat den Zustand der Gebäudedecken sowie das Prinzip der vorzunehmenden Sicherungsmaßnahmen erläutert und stand für Fragen zur Verfügung.
Wir haben die Ergebnisse der statischen Untersuchungen zusätzlich (freiwillig) der Bauaufsicht vorgelegt. Diese hat die Gutachten durch einen öffentlich bestellten Prüfsachverständigen unabhängig prüfen lassen. Auf dieser Grundlage hat die Bauaufsicht bestätigt, dass die von Krebs + Kiefer empfohlenen Sicherungsmaßnahmen erforderlich, geeignet und verhältnismäßig sind, um die Nutzung der Gebäude aufrecht zu erhalten.
Wichtig ist, dass die statischen Sicherungsmaßnahmen je Gebäude von unten nach oben (also im Keller beginnend) etagenweise ausgeführt werden müssen und ein Einbau in allen Wohnungen erforderlich ist, um die erforderliche, sichernde Wirkung zu gewährleisten.
- Positionierung der Stützen
Durch die Träger und Stützen wird die Last der Geschossdecken und aus der Nutzung der Wohnungen gleichmäßig verteilt und nach unten abgetragen. Aus statischen Gründen ist es daher zwingend erforderlich, dass diese in den Wohnungen aufeinander abgestimmt eingebaut werden.
Die konkrete Positionierung der Stützen wurde auf Basis der durchgeführten Vermessungsergebnisse sorgfältig geplant. Der Statiker hat dabei im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten versucht, die Stützen und die Kanthölzer, auf denen diese aufstehen müssen, unter Berücksichtigung Ihrer Möblierung so zu positionieren, dass die Beeinträchtigungen für Sie als Mieterinnen und Mieter so gering wie möglich gehalten werden. Die Vermessung der Wohnungen hat u.a. ergeben, dass die Wände in den Etagen nicht immer exakt übereinanderstehen. Dies führt dazu, dass die Träger und Stützen nicht immer in unmittelbarer Nähe zu Wänden positioniert werden können, sondern teilweise mit Abstand eingebaut werden müssen. Eine Umpositionierung einzelner Stützen in einzelnen Wohnungen ist aus statischen Gründen leider nicht weiter möglich. Die jetzt vorgestellte Positionierung ist bereits das Ergebnis eines Optimierungsprozesses der Sicherungsmaßnahmen bezogen auf alle Wohnungen im jeweiligen Gebäude.
Uns ist bewusst, dass der Einbau der Stützen und der Kanthölzer im Bodenbereich zu leider nicht zu vermeidenden Beeinträchtigungen führt. Um dies angemessen zu berücksichtigen, soll in Abhängigkeit zu der von Wohnung zu Wohnung variierenden Intensität der Beeinträchtigung mit Ihnen eine angemessene Mietminderung vereinbart werden.
- Vorbereitung der Sicherungsmaßnahmen
Für die Aufstellung der Stützen an den statisch erforderlichen Positionen müssen in einigen Wohnungen Möbel verrückt werden. Mit dem Verrücken der Möbel haben wir das Fachunternehmen Fermont beauftragt, welches bereits die Sicherungsmaßnahmen im Keller durch Um- und Ausräumen unterstützt hat. Ein Mitarbeiter der Firma Fermont nimmt an allen Mietergesprächen teil, um gemeinsam mit Ihnen das Umstellen der betroffenen Möbel zu besprechen und sofern ein Verrücken der vorhandenen Möblierung nicht in Betracht kommen sollte, eine Lösung zu erarbeiten.
Nach der bestehenden Planung ist nicht davon auszugehen, dass es zu Beschädigungen an Mobiliar, Inventar oder der Wohnung selbst kommt. Ebenso ist nicht von einer Verschmutzung der Wohnung auszugehen. Säge- und Anpassungsarbeiten werden außerhalb der Wohnung ausgeführt. Sollte es dennoch zu Beschädigungen oder Verschmutzungen kommen, werden wir uns um die Beseitigung bzw. den Schadensausgleich kümmern.
- Durchführung der Sicherungsmaßnahmen
Während der Einbringung der Stützen und Träger ist ein Verbleib in der jeweiligen Wohnung aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Der vorübergehende Auszug dient auch der Beschleunigung der Maßnahme. Nach Abstimmung mit dem ausführenden Unternehmen gehen wir davon aus, dass die Maßnahme in der Regel innerhalb von 2 Arbeitstagen je Wohnung, also mit einer Übernachtung außerhalb der Wohnung, durchgeführt werden kann (Zugang zur Wohnung an Tag 1 ab 8:00 Uhr und Rückgabe an Tag 2 ab 17 Uhr).
Für die Übernachtung außerhalb Ihrer Wohnung organisieren wir eine Übernachtung in einem in der Nähe gelegenen Hotel oder zahlen Ihnen einen Einmalbetrag, wenn Sie sich selbst um eine alternative Übernachtungsmöglichkeit kümmern möchten. Im Detail soll dies im Gespräch mit Ihnen abgestimmt und fixiert werden.
- Vereinbarung der Abstimmungsergebnisse
Um die Abstimmungsergebnisse für Sie und uns als verlässliche Grundlage zu dokumentieren, würden wir gerne mit Ihnen eine entsprechende Vereinbarung treffen („Nachtrag zum Mietvertrag“). Inhalt der Vereinbarung sollten die folgenden Punkte sein:
– Vereinbarung Dauer/Termin für die Einbringung der Sicherungsmaßnahmen in Ihrer Wohnung
– Regelung des Umstellens/Verschiebens von Mobiliar durch die Fa. Fermont auf unsere Kosten, zur Dokumentation des Zustands vor Übergabe der Wohnung zum Einbau der Sicherungsmaßnahmen und der Haftungsübernahme für bei den Arbeiten verursachte Schäden an Mobiliar, Inventar oder der Wohnung
– Vereinbarung der Bereitstellung eines Hotelzimmers für die Dauer der Einbringung der Sicherungsmaßnahmen in Ihrer Wohnung oder der Zahlung einer Tagespauschale, wenn Sie sich selbst um eine alternative Unterbringung für diesen Zeitraum kümmern möchten
– Vereinbarung einer Reduktion der Kaltmiete für die Dauer des Auszugs während der Einbringung der Sicherungsmaßnahmen in Ihrer Wohnung
– Vereinbarung einer Mietminderung für durch die Sicherungsmaßnahmen verursachte Beeinträchtigungen der Nutzung der Mietsache (da die Wohnungen unterschiedlich stark betroffen sind, variiert die aus unserer Sicht angemessene Mietminderung, was wir gerne mit Ihnen persönlich abstimmen möchten)
Durch Abschluss einer solchen Nachtragsvereinbarung zum Mietvertrag würden die im Zusammenhang mit der Einbringung der Sicherungsmaßnahmen stehenden Themen für Mieter und Vermieter transparent und verlässlich geregelt. Der Mietvertrag würde in allen übrigen Punkten unverändert bleiben (was in einer solchen Nachtragsvereinbarung auch ausdrücklich festgehalten wird).
- Was geschieht nach Einbau der Sicherungsmaßnahmen?
Auf der Grundlage der Untersuchungen zum Zustand der Gebäudedecken durch die Krebs + Kiefer Ingenieure GmbH haben wir eine Prüfung beauftragt ob und wie eine Sanierung des statischen Systems der Gebäude möglich ist. Ergebnisse hierzu erwarten wir für das vierte Quartal diesen Jahres und werden diese nach dem Vorliegen mit der Bauaufsicht der Stadt Frankfurt abstimmen und dann wieder auf Sie zu kommen. Die Sicherungsmaßnahmen müssen bis zu einer möglichen Sanierung dauerhaft aufrecht erhalten bleiben.
- Hinweis für den Fall eines gewünschten Auszugs
In den bisherigen Gesprächen wurden wir mehrfach gefragt, welche Möglichkeiten bestehen, wenn Mieterinnen oder Mieter sich aufgrund der aktuellen Situation dazu entscheiden, ihre Wohnung aufzugeben. Auch hierzu möchten wir nochmals ausdrücklich klarstellen: Sollten Sie sich für einen Auszug entscheiden, werden wir auf die Einhaltung der vertraglichen Kündigungsfrist verzichten und eine kurzfristige Beendigung des Mietverhältnisses ermöglichen.
Die konkrete zeitliche Abwicklung können wir flexibel und entsprechend Ihrer persönlichen Situation mit Ihnen abstimmen. Wenn Sie hierzu Fragen haben oder diese Möglichkeit für Sie grundsätzlich in Betracht kommt, sprechen Sie uns gerne jederzeit an. Wir besprechen die Einzelheiten vertraulich und individuell mit Ihnen. Gerne erreichen Sie uns hierzu sowie bei allen weiteren Fragen per E-Mail unter dialog@amOederWeg.de oder telefonisch unter 069 – 768 072 111.
Wir möchten uns nochmals bei allen Mieterinnen und Mietern bedanken, die uns trotz der bestehenden Fragen und den mit der Situation verbundenen Belastungen bislang konstruktiv unterstützen. Ihre Unterstützung und konstruktive Mitwirkung sind ein wichtiger Beitrag dazu, dass die Arbeiten für alle Bewohnerinnen und Bewohner zügig, sicher und ohne weitere Verzögerungen durchgeführt werden können.
Aufgrund der Weigerung einzelner Mieter Zugang zu den Wohnungen für die Vermessung zu gewähren, fehlender oder sehr zögerlicher Rückmeldungen zur Terminvereinbarung für die Maßnahmen im Keller ist es bereits zu einer Verzögerung der Sicherungsmaßnahmen gekommen. Angesichts des bestehenden Sicherungsbedarfs können weitere Verzögerungen leider nicht hingenommen werden. Wie bereits erläutert, entfalten die statischen Sicherungsmaßnahmen je Gebäude nur dann die erforderliche Wirkung, wenn sie nunmehr zeitnah in allen Wohnungen und Kellerräumen ausgeführt werden können. Sollte dies im geplanten und mit den Mieterinnen und Mietern abgestimmten Zeitraum nicht gelingen, müssen wir als Eigentümer entscheiden und mit der Bauaufsicht der Stadt Frankfurt am Main abstimmen, ob die Nutzung der Wohnungen weiter aufrechterhalten werden kann.
Wir bitten Sie daher die mit Ihnen abgestimmten oder noch abzustimmenden Termine zwingend einzuhalten und uns bei der Durchführung der Sicherungsmaßnahmen aktiv zu unterstützen. Unser gemeinsames Ziel bleibt es, die erforderlichen Maßnahmen zügig mit Ihnen umzusetzen. Wir sind überzeugt, dass wir dies gemeinsam schaffen können, und danken Ihnen bereits jetzt herzlich für Ihre Unterstützung und Ihr Verständnis.
